Was ist Osteopathie

Osteopathie

Der Körper als Einheit – behandelt wird die Ursache, nicht das Symptom.

Um zu verstehen, wie die Osteopathie funktioniert, ist es wichtig, sich mit der Philosophie dahinter und den Grundprinzipien dieser Therapie zu befassen. Ein Kerngedanke besteht darin, dass unser Körper aus verschiedenen Strukturen besteht, die alle miteinander in Verbindung stehen.

Osteopathie … Was ist das?

Strukturen bezeichnen dabei sowohl die Knochen als auch die Muskeln, Sehnen, Bänder und Organe. Sie alle haben unterschiedliche Aufgaben. Alle diese Strukturen werden im Laufe des Lebens durch positive, aber auch durch negative Reize beeinflusst. Diese Reize formen unseren Körper und damit die Gesamtheit der Strukturen.

So können die negativen Einflüsse auf die Strukturen des Körpers zu Funktionsstörungen führen. Da, wo Bewegung aufhört, gehen Strukturen und damit „Leben/Stoffwechsel“ verloren.

Eine eingeschränkte Beweglichkeit und somit ein eingeschränkter Stoffwechsel betrifft dabei keinesfalls nur Knochen, Muskeln, Sehnen, Bänder und Gelenke, sondern auch Nerven, Eingeweide und Faszien, die jetzt ebenfalls in ihrer Funktion beeinträchtigt sein können.

Der Körper ist eine Einheit

Es werden nicht nur die Knochen behandelt oder nur die Muskeln. Stattdessen werden in jeden Handgriff alle betroffenen Organstrukturen gleichermaßen einbezogen.

Bei Rückenschmerzen zum Beispiel denkt man üblicherweise nicht sofort an eine Funktionsstörung des Magens, die allerdings durchaus für die Beschwerden verantwortlich sein kann. Die osteopathische Untersuchung betrachtet daher stets den gesamten Organismus und nicht nur denjenigen Körperteil, der als schmerzend empfunden wird.

Die Struktur dirigiert die Funktion

Die Strukturen des Körpers sind ständiger Reizsetzung ausgeliefert. Diese Reize können sich positiv, aber auch negativ auf die Funktion auswirken. Sie formen und verändern die Struktur und damit unseren Körper.

Gleichzeitig dirigiert aber auch die Struktur die Funktion des Körpers. Diese Abhängigkeit von Struktur und Funktion als Einheit ist ein wichtiger Aspekt in der Osteopathie.

Die Geschichte der Osteopathie

Als Begründer gilt der amerikanische Mediziner Andrew Taylor Still. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwarf er aufgrund eigener Erfahrungen und Beobachtungen ein neuartiges Bild der Einheit von Körper, Geist und Seele – und damit auch eine neue Vorstellung davon, was gesund und krank bedeutet.

Er ging davon aus, dass eine gute Beweglichkeit aller Strukturen nur dann möglich ist, wenn das Nervensystem intakt ist und alle Gewebe ordnungsgemäß mit Nährstoffen versorgt werden und ihre Abfallstoffe störungsfrei an die Lymphe abgeben können. Sein Therapieansatz bestand folglich darin, Bewegungseinschränkungen nur mit den Händen zu erspüren und zu lösen.

Der Engländer John Martin Littlejohn, ein Schüler Stills, brachte die Philosophie nach Europa. William Garner Sutherland erforschte die Anatomie des Schädels und entdeckte 1939 die primäre Respirationsbewegung – damit kam die cranio-sakrale Komponente hinzu. Die französischen Therapeuten Jean-Pierre Barral und Jacques Weischenck legten in den 1980er Jahren die Grundlage für die viszerale Osteopathie, die Behandlung der inneren Organe.

Parietal, cranio-sakral und viszeral: Diese drei Bereiche bilden heute die moderne Osteopathie.

Die Grenzen der Osteopathie

Auch wenn die Osteopathie ein sehr wertvolles „Instrument“ zur Behandlung der unterschiedlichsten Beschwerden und Erkrankungen darstellt – ein „Allheilmittel“ ist sie nicht.

Deshalb ist eine Zusammenarbeit mit den verschiedenen schulmedizinischen Fachbereichen wichtig. Im Einzelfall wird entschieden, ob Symptome oder Beschwerden zuerst von ärztlicher Seite begutachtet oder differentialdiagnostisch durch einen Facharzt abgeklärt werden sollten.

Die Grenzen: Akute Infektionskrankheiten fallen immer unter die Zuständigkeit des Arztes (Infektionsschutzgesetz). Ebenso frische Knochenbrüche und Läsionen sowie schwere psychische oder körperliche Erkrankungen.

Bei Tumoren und Metastasen kann nach vorangegangener Abklärung mit dem behandelnden Arzt evtl. begleitend zum Erhalt des momentanen Zustandes oder des subjektiven Wohlbefindens beigetragen werden.

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